So funktioniert der Rechner
Der Rechner beantwortet eine Frage: Wie viel trägt eine einzelne Bestellung nach allen damit verbundenen Kosten bei? Er rechnet mit Erwartungswerten, Retouren sind also bereits eingepreist. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag – der Betrag, der zur Deckung deiner Fixkosten und als Gewinn übrig bleibt.
Annahmen
- Alles pro Bestellung, ein Stück pro Bestellung. Alle Beträge sind Erwartungswerte für eine einzelne Bestellung mit einem Stück. Bei Bestellungen mit mehreren Stück gibst du die Kosten der ganzen Bestellung und den Bestellwert als Verkaufspreis ein.
- Basis ist der Nettoumsatz. Wenn du umsatzsteuerpflichtig bist, gehört die vereinnahmte Umsatzsteuer dem Finanzamt. Dein Umsatz ist der Verkaufspreis ohne USt. Marge = Deckungsbeitrag ÷ erwarteter Nettoumsatz.
- Vorsteuer auf Kosten. Umsatzsteuerpflichtige Händler können die Vorsteuer auf ihre Einkäufe abziehen, es zählen also nur die Nettokosten. Ohne USt.-Pflicht (z. B. Kleinunternehmerregelung) weist du keine USt. aus – die USt. auf deine Kosten ist dann aber echter Aufwand. Der Rechner wendet den gewählten Steuersatz in beiden Fällen auf die Kosten an.
- Gebühren beziehen sich auf den Preis, den die Kundschaft zahlt. Marktplatz- und Zahlungsgebühren werden als Prozentsatz vom Bruttoverkaufspreis (inkl. USt.) plus einer eventuellen Fixgebühr berechnet. Sie gelten als endgültige Kosten: Zahlungsgebühren sind meist umsatzsteuerfrei, Marktplatzgebühren an umsatzsteuerpflichtige Händler werden meist im Reverse-Charge-Verfahren abgerechnet.
- Retouren. Bei Retouren wird der Umsatz erstattet und die Ware geht zurück ins Lager, Versand, Gebühren, Werbung und sonstige Kosten sind aber verloren. Unter „Kosten pro Retoure“ trägst du Rücksendeetiketten, Bearbeitung und Abschreibungen auf nicht wiederverkaufbare Ware ein.
- Deckungsbeitrag, nicht Reingewinn. Das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag pro Bestellung (nur variable Kosten). Fixkosten wie Miete, Gehälter, Software-Abos und Einkommensteuer sind nicht enthalten – sie müssen aus der Summe aller Deckungsbeiträge gedeckt werden.
Formeln
| Nettopreis | Bruttopreis ÷ (1 + USt.-Satz) |
|---|---|
| Erwarteter Nettoumsatz | Nettopreis × (1 − Retourenquote) |
| Warenkosten | Einkaufspreis × (1 − Retourenquote) |
| Gebühren | Gebühr % × Bruttopreis + Fixgebühr |
| Retourenkosten | Kosten pro Retoure × Retourenquote |
| Deckungsbeitrag | erwarteter Nettoumsatz − alle Kosten |
| Marge | Deckungsbeitrag ÷ erwarteter Nettoumsatz |
| Break-even-Preis | preisunabhängige Kosten ÷ ((1 − Retourenquote) ÷ (1 + USt.) − Gebühr %) |
| Preis für Zielmarge m | preisunabhängige Kosten ÷ ((1 − Retourenquote) × (1 − m) ÷ (1 + USt.) − Gebühr %) |
Für Händler ohne Umsatzsteuerpflicht ist der USt.-Faktor auf den Umsatz 1, die USt. auf Kosten wird stattdessen zu den Kosten addiert.
Beispiele
Marktplatz-Händler in Deutschland
Eine Handyhülle kostet 19,99 € inkl. 19 % USt. auf einem Marktplatz, der 15 % Provision nimmt. Einkaufspreis 3,20 €, Versand 1,90 €, 1,50 € Werbung pro Bestellung, 5 % Retouren. Der Rechner zeigt einen Deckungsbeitrag von etwa 6,52 € pro Bestellung (41 % Marge) – und dass der Preis bis auf etwa 9,93 € sinken könnte, bevor das Produkt seine variablen Kosten nicht mehr deckt.
Marktplatz-Händler in Österreich (20 % USt.)
Eine Schreibtischlampe kostet 29,90 € inkl. 20 % USt. auf einem Marktplatz mit 15 % Provision. Einkaufspreis 9,00 €, Versand 4,60 €, 2 € Werbung pro Bestellung, 6 % Retouren zu je 4 €. Pro Bestellung bleiben rund 3,64 € Deckungsbeitrag – knapp 16 % Marge. Unter etwa 24,16 € bringt jede Bestellung Verlust; für 30 % Marge müsste die Lampe rund 38,41 € kosten.
Eigener Onlineshop mit hohem Werbebudget
Ein Pflegeset kostet im eigenen Shop 49 € inkl. USt.: Einkaufspreis 12 €, Versand 4,90 €, Zahlungsgebühren 1,5 % + 0,25 €, 8 % Retouren zu je 5 € – und 14 € Werbekosten pro Bestellung. Die Marge liegt nur bei etwa 17 %; für 30 % Zielmarge wären rund 58 € nötig. Ein klares Signal, die Kosten pro Kauf zu senken oder den Preis zu erhöhen.
Kleinunternehmen ohne Umsatzsteuerpflicht
Eine Händlerin mit Kleinunternehmerregelung verkauft handgemachten Schmuck für 35 €. Schalte „umsatzsteuerpflichtig“ aus: Die vollen 35 € zählen als Umsatz, die gezahlte USt. auf Material und Versand wird zu den Kosten addiert.
Netto vs. brutto: warum es wichtig ist
Der häufigste Fehler bei Margenberechnungen ist das Vermischen von Brutto- und Nettobeträgen. Kostet ein Produkt 39,99 € inklusive 19 % USt., sind nur 33,61 € Umsatz – die übrigen 6,38 € gehen an das Finanzamt. Wer den Bruttopreis mit Nettokosten vergleicht, überschätzt seine Marge um mehrere Prozentpunkte. Dieser Rechner hält beides auseinander: Gib Beträge so ein, wie du sie kennst, und stelle die Schalter entsprechend ein.