Was kosten Retouren wirklich pro Bestellung?
Eine Retoure kostet viel mehr als das Rücksendeetikett. Der Umsatz wird erstattet, Versand, Gebühren, Werbung und Bearbeitung sind aber weg. Bei einem Produkt für 39,99 € senken 10 % Retouren den Deckungsbeitrag von 7,61 € auf 4,95 € pro Bestellung – 2,66 € bei jeder verkauften Bestellung, nicht nur bei den retournierten.
Gib deine eigene Retourenquote und Kosten pro Retoure ein – der Rechner zeigt Deckungsbeitrag und Marge als Erwartungswert.
Zum GewinnrechnerWas bei einer Retoure verloren geht
Schickt jemand eine Bestellung zurück, erstattest du den Preis und legst die Ware – wenn sie einwandfrei ist – zurück ins Lager. Alles andere ist weg:
- Versand und Verpackung der Hinsendung.
- Marktplatz- und Zahlungsgebühren (oft nur teilweise erstattet).
- Die Werbung, die die Bestellung gebracht hat.
- Rücksendeetikett, Bearbeitung, Prüfung und Neuverpackung.
- Abschreibungen für Ware, die nicht mehr als neu verkauft werden kann.
Mit Erwartungswerten rechnen
Weil du vorher nicht weißt, welche Bestellung zurückkommt, rechnest du pro Bestellung mit der Retourenquote: Umsatz und Warenkosten fallen nur bei den Bestellungen an, die bleiben, alle anderen Kosten bei jeder Bestellung. Genau so rechnet der Gewinnrechner.
| Erwarteter Nettoumsatz | Nettopreis × (1 − Retourenquote) |
|---|---|
| Warenkosten | Einkaufspreis × (1 − Retourenquote) |
| Retourenkosten | Kosten pro Retoure × Retourenquote |
| Deckungsbeitrag | erwarteter Nettoumsatz − alle Kosten |
Tabelle: Deckungsbeitrag je Retourenquote
Gleiches Produkt: 39,99 € inkl. 19 % USt., Einkaufspreis 12,00 €, Versand 4,50 €, 15 % Marktplatzgebühr, 3,00 € Werbung, 5,00 € pro Retoure.
| Retourenquote | Deckungsbeitrag pro Bestellung | Marge |
|---|---|---|
| 0 % | 7,61 € | 22,6 % |
| 5 % | 6,28 € | 19,7 % |
| 10 % | 4,95 € | 16,4 % |
| 20 % | 2,29 € | 8,5 % |
| 30 % | -0,37 € | -1,6 % |
Januar: die Retouren aus dem Weihnachtsgeschäft
Nach Weihnachten kommen viele Geschenke zurück, deshalb bringt der Januar traditionell viele Retouren (OnlinehändlerNews, siehe Quellen). Die Universität St. Gallen sieht den Retourenanteil seit 2022 sinken – die Januar-Welle ist also vielleicht kleiner, als du sie in Erinnerung hast. Wie groß sie in deinem Shop ist, sagen nur deine eigenen Zahlen.
Was das kosten kann, mit Beispielwerten (nicht gemessen): Liegt die Retourenquote deiner Dezember-Bestellungen bei 20 % statt wie sonst bei 10 %, sinkt der Deckungsbeitrag von 4,95 € auf 2,29 € pro Bestellung. Bei 100 Dezember-Bestellungen sind das 266,05 € weniger als geplant.
Was du im Januar prüfen solltest:
- Deine echte Retourenquote der Dezember-Bestellungen – zähl auch die Retouren mit, die erst im Januar ankommen.
- Welche Produkte am häufigsten zurückkamen und warum (Größe, Schaden, ungewolltes Geschenk). Verbessere zuerst Produktseite oder Verpackung der häufigsten.
- Ob du zurückgeschickte Ware wieder als neu verkaufen kannst. Abschreibungen trägst du bei den Kosten pro Retoure ein.
- Wenn du die Rückgabefrist für Weihnachten verlängert hast: Retouren können noch Wochen später kommen. Plan Geld und Lager entsprechend.
- Trag danach die echte Quote in den Rechner ein oder mach den Shop-Check neu – deine Marge fürs neue Jahr startet bei dieser Zahl.
Rechenbeispiele: 10 % Retouren bei einem Produkt für 39,99 €
Kosten wie in der Tabelle oben. Wie viel vom Deckungsbeitrag nehmen die Retouren?
- Deckungsbeitrag ohne Retouren
- 7,61 €
- Deckungsbeitrag mit 10 % Retouren
- 4,95 €
- Kosten der Retouren pro verkaufter Bestellung
- 2,66 €
- Verlorener Anteil am Deckungsbeitrag
- 35 %
- Marge mit Retouren
- 16,4 %
Jeder Prozentpunkt Retourenquote kostet hier etwa 0,27 € pro Bestellung – weniger Retouren sind oft mehr wert als eine kleine Preiserhöhung.