Brutto oder netto? Preise und Margen mit Umsatzsteuer berechnen
Die Kundschaft zahlt den Bruttopreis, dein Umsatz ist der Nettopreis: brutto ÷ (1 + USt.-Satz). Ein Preis von 49,90 € mit 19 % USt. sind 41,93 € Umsatz. Marge und Break-even-Preis rechnest du auf den Nettopreis – und ohne USt.-Pflicht (Kleinunternehmerregelung) wird die USt. auf deine Kosten zum Kostenfaktor.
Gib Preise so ein, wie du sie kennst – der Rechner trennt netto und USt. für Preis und Kosten.
Zum GewinnrechnerBrutto und netto umrechnen
Die Umsatzsteuer, die du berechnest, nimmst du für das Finanzamt ein. Umrechnen heißt dividieren, nicht den Prozentsatz abziehen:
| Nettopreis | Bruttopreis ÷ (1 + USt.-Satz) |
|---|---|
| Bruttopreis | Nettopreis × (1 + USt.-Satz) |
| USt. im Preis | Bruttopreis − Nettopreis |
Was 49,90 € brutto in verschiedenen Ländern wert sind
Normalsätze (ermäßigte Sätze für Bücher, Lebensmittel usw. weichen ab). Derselbe Ladenpreis bringt je nach Besteuerungsland unterschiedlich viel Umsatz:
| Land | Normalsatz | Nettoumsatz |
|---|---|---|
| Deutschland | 19 % | 41,93 € |
| Österreich | 20 % | 41,58 € |
| Schweiz | 8,1 % | 46,16 € |
| Frankreich | 20 % | 41,58 € |
| Italien | 22 % | 40,90 € |
| Niederlande | 21 % | 41,24 € |
| Vereinigtes Königreich | 20 % | 41,58 € |
Welche Kosten enthalten USt.?
Für umsatzsteuerpflichtige Händler zählen nur Nettokosten, weil die Vorsteuer zurückgeholt wird. In der Praxis verhalten sich die Kostenarten unterschiedlich, deshalb lohnt der Blick auf die Rechnungen:
- Einkäufe bei inländischen Lieferanten enthalten meist USt., die du als Vorsteuer abziehst – gib sie netto ein (oder aktiviere „Kosten inkl. USt.“).
- Im Inland eingekaufter Versand und Verpackung enthalten meist ebenfalls USt.
- Zahlungsgebühren sind meist umsatzsteuerfrei – die volle Gebühr ist Aufwand.
- Marktplatz- und Werbegebühren an umsatzsteuerpflichtige Unternehmen werden oft ohne USt. im Reverse-Charge-Verfahren abgerechnet.
Steuer im Preis oder obendrauf: britische und US-Darstellung
Zwei Darstellungen führen zu unterschiedlichem Umsatz. Enthält der angezeigte Preis die Steuer – wie beim britischen Normalsatz von 20 % in der Tabelle oben –, ist dein Umsatz der Preis geteilt durch 1,20: 49,90 € ergeben 41,58 €. Wird die Steuer an der Kasse auf den angezeigten Preis aufgeschlagen und weitergegeben, ist der angezeigte Preis selbst dein Umsatz: 49,90 € bleiben 49,90 €.
Darum lässt der Rechner die Vereinigten Staaten bei 0 %: Sein Hinweis sagt, dass die US-Sales-Tax auf den Preis aufgeschlagen und durchgereicht wird. Welche Darstellung für dich gilt und welcher Satz, hängt von deinem Land und deiner Kundschaft ab. Dieser Ratgeber nennt keine Sätze einzelner US-Bundesstaaten, weil wir sie nicht geprüft haben – nimm deinen Satz aus der offiziellen Quelle deiner Steuerbehörde.
Ohne Umsatzsteuerpflicht
Kleinunternehmer weisen keine USt. aus, der volle Preis ist also Umsatz. Dafür können sie die USt. auf Einkauf, Versand und Gebühren nicht abziehen – sie ist echter Aufwand. Der Rechner deckt beide Fälle mit dem Schalter „umsatzsteuerpflichtig“ ab.
Rechenbeispiele: Dasselbe Produkt mit und ohne USt.-Pflicht
Preis 49,90 €, Einkaufspreis 17,85 € und Versand 5,95 € inkl. 19 % USt., Zahlungsgebühr 2 % + 0,30 €.
- Umsatzsteuerpflichtig: Umsatz pro Bestellung
- 41,93 €
- Umsatzsteuerpflichtig: Deckungsbeitrag
- 20,63 €
- Kleinunternehmer: Umsatz pro Bestellung
- 49,90 €
- Kleinunternehmer: Deckungsbeitrag
- 24,80 €
- Preis inkl. 20 % USt.: Umsatz pro Bestellung
- 41,58 €
- Steuer an der Kasse obendrauf (Rechner bei 0 %): Umsatz pro Bestellung
- 49,90 €
Ohne USt.-Pflicht ist der Umsatz höher, aber auch die Kosten – was günstiger ist, hängt von deiner Kostenstruktur und von Steuerregeln ab, die du mit deiner Steuerberatung klären solltest.