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Preise erhöhen, ohne Kundschaft zu verlieren

Bevor du einen Preis erhöhst, rechne aus, wie viele Verkäufe du verlieren darfst und insgesamt trotzdem gleich viel verdienst. In unserem Beispiel bringt ein Produkt bei 34,90 € 2,46 € pro Bestellung; bei 37,90 € sind es 4,59 € – du dürftest also 46 % der Verkäufe verlieren und verdienst so viel wie vorher. Dann testest du es an wenigen Produkten und vergleichst die echte Summe.

Gib dein Produkt und deine Zielmarge ein – der Rechner zeigt den nötigen Preis und was pro Bestellung übrig bleibt.

Zum Gewinnrechner

Warum eine Preiserhöhung bei kleiner Marge sicherer ist, als sie sich anfühlt

Lässt ein Produkt pro Bestellung nur wenig Geld übrig, verändert schon eine kleine Preiserhöhung viel. Das zusätzliche Geld geht direkt in deinen Gewinn, weil Einkauf, Versand und Werbekosten gleich bleiben. Deshalb kann dir sogar mehr Geld bleiben, wenn ein Teil der Kundschaft wegbleibt.

Wie viele Kundinnen und Kunden wirklich bleiben, lässt sich nicht berechnen – das hängt von deinem Produkt, deiner Konkurrenz und deiner Kundschaft ab. Berechnen kannst du die Grenze: wie viele Verkäufe du verlieren darfst, bevor sich die Preiserhöhung nicht mehr lohnt. Ist diese Grenze hoch, ist das Risiko klein.

Verkäufe, die du verlieren darfst1 − Deckungsbeitrag pro Bestellung (alter Preis) ÷ Deckungsbeitrag pro Bestellung (neuer Preis)
Gesamter DeckungsbeitragDeckungsbeitrag pro Bestellung × Anzahl Bestellungen

Der sichere Test – Schritt für Schritt

  • Such dir ein bis drei Produkte mit dünner Marge und gleichmäßigen Verkäufen aus. Fang nicht mit deinem Bestseller an.
  • Schreib die letzten vier Wochen auf: Bestellungen, Retouren und den Deckungsbeitrag pro Bestellung aus dem Rechner.
  • Berechne den neuen Preis und den Anteil der Verkäufe, den du verlieren darfst. Nimm einen gewohnten Preispunkt, zum Beispiel 37,90 statt 37,43.
  • Erhöhe den Preis in einem Schritt und ändere gleichzeitig nichts anderes – keine neue Werbung, kein Rabatt, keine neuen Fotos. Sonst weißt du nicht, was die Veränderung ausgelöst hat.
  • Warte zwei bis vier Wochen oder bis du etwa so viele Bestellungen hast wie im Vergleichszeitraum.
  • Vergleiche den gesamten Deckungsbeitrag, nicht den Umsatz oder die Zahl der Bestellungen. Behalte den Preis, wenn die Summe gestiegen ist, und geh zurück, wenn sie deutlich gesunken ist.

Wie viel du bei verschiedenen Preisen verlieren darfst

Beispiel-Shop, 120 Bestellungen im Monat zum heutigen Preis von 34,90 € (Deckungsbeitrag 2,46 € pro Bestellung, 9,5 % Marge):

Neuer PreisDeckungsbeitrag pro BestellungMargeVerkäufe, die du verlieren darfst
36,90 €3,88 €14,2 %37 %
37,90 €4,59 €16,4 %46 %
39,90 €6,01 €20,4 %59 %

So fällt die Erhöhung der Kundschaft leichter

  • Erhöhe einmal und deutlich statt in vielen kleinen Schritten.
  • Nutz den Moment, in dem du etwas Neues bietest: bessere Verpackung, eine neue Farbe, ein Set.
  • Behalte ein Einstiegsprodukt zum alten Preis, damit preisbewusste Kundschaft noch eine Wahl hat.
  • Entschuldige dich nicht in langen Texten. Ein kurzer, ehrlicher Hinweis reicht, wenn deine Kosten gestiegen sind.

Rechenbeispiele: Beispiel-Shop: 34,90 € → 37,90 €

Der Beispiel-Shop aus unserem Shop-Check: Einkaufspreis 11,00 €, Versand 4,90 €, Zahlungsgebühr 2.9 % + 0,30 €, 6,00 € Werbung pro Bestellung, 12 % Retouren, 120 Bestellungen im Monat.

Deckungsbeitrag pro Bestellung heute
2,46 €
Deckungsbeitrag pro Bestellung bei 37,90 €
4,59 €
Verkäufe, die du verlieren darfst, ohne weniger zu verdienen
46 %
Pro Monat heute (120 Bestellungen)
294,76 €
Pro Monat zum neuen Preis, gleiche 120 Bestellungen
550,53 €
Preis für die Zielmarge von 20 %
39,71 €

Bei 37,90 € dürfte dieser Shop 46 % seiner Bestellungen verlieren und verdient trotzdem jeden Monat gleich viel. Bleiben mehr Kundinnen und Kunden, verdient er mehr. Welcher Fall eintritt, zeigt der Test.

Häufige Fehler und wie du sie behebst

Den Test am Umsatz messen

Warum das wichtig ist: Der Umsatz kann sinken, während dein Gewinn steigt – weniger Bestellungen zu einem besseren Preis können mehr Geld übrig lassen.

Lösung: Vergleiche den gesamten Deckungsbeitrag des Testzeitraums mit dem Zeitraum davor.

Mehrere Dinge gleichzeitig ändern

Warum das wichtig ist: Erhöhst du den Preis und startest in derselben Woche eine neue Kampagne, weißt du nicht, was das Ergebnis ausgelöst hat.

Lösung: Ändere während des Tests nur den Preis.

Den Test nach ein paar Tagen beenden

Warum das wichtig ist: Verkäufe schwanken sowieso von Woche zu Woche. Ein kurzer Test zeigt oft Zufall, nicht die Wirkung des Preises.

Lösung: Lass ihn zwei bis vier Wochen laufen oder bis du etwa so viele Bestellungen hast wie im Vergleichszeitraum.

Häufige Fragen

Um wie viel soll ich den Preis erhöhen?

Starte mit dem Preis, der deine Zielmarge erreicht, und schau, wie viele Verkäufe du dort verlieren dürftest. Ist dieser Anteil hoch, ist das Risiko klein. Wirkt der Schritt für deinen Markt zu groß, teste zuerst einen kleineren.

Verliere ich Kundschaft?

Vielleicht ein wenig – wie viel, kann niemand vorher sagen. Deshalb rechnest du aus, wie viel du verlieren darfst, und testest dann mit echten Bestellungen.

Was, wenn meine Kosten gestiegen sind?

Dann lies unseren Ratgeber zur Preiserhöhung nach gestiegenen Kosten. Er zeigt den Mindestpreis, mit dem dein Gewinn pro Bestellung gleich bleibt.

Soll ich alle Preise auf einmal erhöhen?

Für einen ersten Test nicht. Fang mit wenigen Produkten an, lerne aus dem Ergebnis und übertrag es dann auf ähnliche Produkte. Die Katalog-Analyse zeigt dir, welche Produkte eine dünne Marge haben.

Prüfe deinen ganzen Shop in 2 Minuten – kostenlos

Ein Produkt, ein paar Zahlen, ohne Anmeldung: Du siehst, was pro Bestellung wirklich bleibt und was du als Nächstes tun kannst.

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