Versandkostenfrei ab: So legst du die Grenze fest, ohne Geld zu verlieren
Leg die Grenze dort fest, wo eine Bestellung mit Gratis-Versand mindestens so viel übrig lässt wie heute eine Bestellung mit bezahltem Versand. In unserem Beispiel (ein Artikel für 24,90 €, Versand kostet dich 4,90 €) ist das ein Warenkorb von 32,96 € – aufgerundet versandkostenfrei ab 35,00 €. Darunter bringt jede Gratis-Versand-Bestellung weniger als heute.
Gib deinen Preis, deine echten Versandkosten und deine Marge ein – und probier verschiedene Warenkorbwerte aus.
Zum GewinnrechnerWarum Gratis-Versand mehr kosten kann, als du denkst
Zahlt die Kundschaft den Versand, deckt die Gebühr den Großteil deiner Versandkosten. Bei Gratis-Versand zahlst du das Paket selbst – das Geld geht direkt von deinem Gewinn pro Bestellung ab. Bei günstigen Produkten kann das der ganze Gewinn sein.
Eine Grenze („versandkostenfrei ab 40 €“) ist ein Tausch: Du zahlst den Versand, die Kundschaft kauft mehr. Das klappt nur, wenn die zusätzlichen Produkte mehr verdienen als der Versand, den du verschenkst. Deshalb hängt die Grenze von deiner eigenen Marge ab, nicht davon, was andere Shops machen.
So berechnest du deine Grenze – Schritt für Schritt
Du brauchst drei Zahlen: was eine typische Bestellung heute bringt, was dich der Versand pro Paket wirklich kostet und die Marge deiner Produkte.
- Rechne deine typische Bestellung von heute mit der Versandgebühr, die die Kundschaft zahlt. Das ist der Betrag, den du behalten willst.
- Rechne dieselbe Bestellung ohne Versandgebühr. Die Differenz ist das, was dich Gratis-Versand pro Bestellung kostet.
- Erhöhe den Warenkorbwert Schritt für Schritt (das Feld Verkaufspreis im Rechner), bis die Gratis-Versand-Bestellung so viel bringt wie heute.
- Runde auf eine Zahl auf, die sich die Kundschaft merkt, zum Beispiel auf die nächsten 5 oder 10 €.
- Prüf, ob ein typisches zweites Produkt die Kundschaft wirklich über die Grenze bringt. Eine Grenze weit über deinem üblichen Warenkorb ändert selten etwas.
| Kosten des Gratis-Versands pro Bestellung | Deckungsbeitrag mit Versandgebühr − Deckungsbeitrag ohne Versandgebühr |
|---|---|
| Sichere Grenze | kleinster Warenkorbwert, bei dem Deckungsbeitrag (Gratis-Versand) ≥ Deckungsbeitrag heute |
Was eine Gratis-Versand-Bestellung bei verschiedenen Warenkörben bringt
Gleiche Produkte, keine Versandgebühr. Zum Vergleich: Die Bestellung mit einem Artikel, bei der die Kundschaft 4,90 € Versand zahlt, bringt heute 7,64 €.
| Warenkorbwert | Deckungsbeitrag mit Gratis-Versand | Im Vergleich zu heute |
|---|---|---|
| 24,90 € | 3,83 € | −3,81 € |
| 30,00 € | 6,24 € | −1,40 € |
| 35,00 € | 8,61 € | +0,96 € |
| 40,00 € | 10,97 € | +3,33 € |
| 50,00 € | 15,70 € | +8,06 € |
Was die Rechnung dir nicht sagen kann
Die Grenze oben ist das sichere Minimum: Sie geht von gleich vielen Bestellungen wie heute aus. Gratis-Versand bringt vielleicht mehr Bestellungen – oder Kundschaft, die den Versand sowieso bezahlt hätte, bekommt ihn jetzt geschenkt. Beides lässt sich vorher nicht berechnen. Probier es aus: Führ die Grenze ein und vergleiche danach einige Wochen lang die Zahl der Bestellungen und deinen gesamten Deckungsbeitrag mit den Wochen davor.
Rechenbeispiele: Beispiel-Shop: Artikel für 24,90 €, Versand kostet dich 4,90 €
Beispielwerte: Einkaufspreis 8,00 € pro Artikel, Zahlungsgebühr 2 % + 0,30 €, 2,00 € Werbung pro Bestellung, 5 % Retouren zu 5,00 €, 19 % USt. Heute zahlt die Kundschaft 4,90 € Versand.
- Ein Artikel, Kundschaft zahlt Versand
- 7,64 €
- Ein Artikel, Gratis-Versand
- 3,83 €
- Gratis-Versand kostet dich pro Bestellung
- 3,81 €
- Nötiger Warenkorb für gleich viel Gewinn
- 32,96 €
- Grenze, aufgerundet
- 35,00 €
Gratis-Versand für jede Bestellung würde diesen Shop 3,81 € pro Bestellung kosten. Ab einem Warenkorb von 35,00 € kostet Gratis-Versand im Vergleich zu heute kein Geld mehr.